Expert*innen Interviews

Streitzyklen in der Paartherapie überwinden

Wie arbeitest du mit dem Streitzyklus in der Paartherapie?

Es geht nicht darum Lösungen kognitiv zu erarbeiten, sondern dass die Partner*innen mit Blick auf ihren Zirkel verstehen, wo sie etwas selbst erschaffen und den Zyklus aufrecht erhalten. Da kommt dann irgendwann ein „Aha“-Erleben: Ein Shift von "Der/ die andere ist das Problem!" zu "Wir kreieren das gemeinsam!". 

Was passiert, wenn die Partner*innen ihren Anteil im Zyklus verstanden haben?

Der nächste Schritt ist, die Partner*innen in neue Erfahrungsräume zu leiten. D.h. wenn sie über einen Kreislauf sprechen, begleite ich sie als Paartherapeutin genau in die darunter liegende Emotion und lasse sie sich mitteilen, sodass sichtbar wird, was auch/eigentlich da ist. Und ich unterstütze dabei, neue Worte zu finden. Dazu unterbreche ich auch an Stellen, wo das alte einsetzt, ich verlangsame, um nach den Gefühlen zu fragen. 

Wieso ist es wirksam, mit dem Teufelskreis so zu arbeiten?

Für die Partner*innen geht es Schritt für Schritt von dem Alten, was sie kennen, zum Neu-Verstehen-des-Alten hin zum Neuen, also sich zu trauen, das auszusprechen, worum es eigentlich geht. Ich persönlich arbeite gerne dazu noch mit den Partner*innen einzeln mit einer anderen Methode, um die Schutzmechanismen nochmal anders zu begreifen und neu wählen zu können.