Literaturempfehlung

Wie wir begehren

a couple of people sitting at a table with cups of coffee

Dieses Buch beschreibt Sexualität, Lust und Begehren als lebenslangen Lernprozess, und zwar auf eine Weise, die direkt ins Herz geht. Die Ausdrucksweise begeistert mich: Die Autorin schafft es, über ihre Worte sprachlosen Menschen eine Sprache zu geben. Sie schreibt ihre Geschichte, um das Schweigen zu brechen und die Lust ins Leben zu holen. Eine echte Empfehlung für alle, die sich mit den persönlichen und politischen Facetten von Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandersetzen möchten.

Carolin Emcke berichtet in ihrer autobiographischen Erzählung über das Aufwachsen als Jugendliche in den 1970er und 1980er Jahren. Wie entwickelt sich Begehren? Was passiert, wenn das eigene Begehren aus „der Norm“ herausfällt? Zärtlich und zugleich unglaublich politisch bietet das Buch eine kraftvolle Auseinandersetzung mit dem Ringen um die eigene sexuelle Orientierung, mit Diskriminierung und persönlichem Leiden, das allzu oft individuell verstanden wird und doch so viel mit den gesellschaftlichen Strukturen zu tun hat. Es ist eine wunderbare Erkundung des Begehrens und der Vielfalt menschlicher Sexualität, die sich nicht in Kategorien einordnen lässt und sich ständig neu erfindet.