Sonja Jüngling
„Mehr Wohlwollen für alle! Ob poly, kink, queer, du bist bei mir willkommen mit allem, was du fühlst und bist."
Offene Beziehung / Beziehungsöffnung, Sexualberatung, Paartherapie — Online und vor Ort.
Wir arbeiten wissenschaftsbasiert, kennen unsere Grenzen und gehen individuell auf deine Bedürfnisse ein.
Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich für eine Beziehungsöffnung entscheiden könnten, z.B. wenn Partner*innen unterschiedliche Bedürfnisse nach Nähe, Intimität oder sexueller Erfüllung haben. Wenn es gut läuft, bietet eine Beziehungsöffnung die Möglichkeit, neue Beziehungen und Erfahrungen zu erleben, ohne die bestehende Bindung zu gefährden. Es gibt Menschen, die erleben, dass Liebe nicht begrenzt ist und dass es möglich ist, mehrere liebevolle Beziehungen gleichzeitig zu führen.
Einige Menschen berichten davon, dass eine Beziehungsöffnung dazu führt, sich selbst besser kennenzulernen und persönlich zu wachsen.
Mit Beziehungsöffnung ist meist eine offene Beziehung oder Polyamorie gemeint. Dies sind Beziehungsformen, in denen Partner*innen die Möglichkeit haben, romantische oder sexuelle Beziehungen außerhalb ihrer Hauptbeziehung zu pflegen. Dies geschieht idealerweise mit Zustimmung und Ehrlichkeit zwischen allen Beteiligten. Es handelt sich um eine mögliche Form von konsensueller Nicht-Monogamie (KNM).
Neben der Polyamorie und der offenen Beziehung gibt es weitere Möglichkeiten der Beziehungsöffnung: „Swinging“ ist oft auf sexuelle Beziehungen außerhalb der Hauptbeziehung beschränkt, normalerweise in einer Gruppenumgebung wie Swingerclubs. In einer „Beziehungsanarchie“ gibt es keine festen Hierarchien oder Regeln in Beziehungen, und alles wird auf individueller Ebene verhandelt.
Es hilft, wenn ich weiß, was ich mit „offene Beziehung“ meine, denn es gibt viele Formen der konsensualen, nicht-monogamen Beziehung. Wie sexuell offen/exklusiv und wie emotional offen/exklusiv wollen wir denn genau sein? Und wollen wir da das gleiche? Oder redet einer vielleicht eigentlich von einer polyamourösen Beziehung und der andere von einer offenen?
Die häufigsten Herausforderungen bei einer Beziehungsöffnung sind Eifersucht, Kommunikation, Zeitmanagement, gesellschaftliche Stigmatisierung und der Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Auch können Erziehungsfragen auftreten, wenn die Beteiligten Kinder haben.
Offene Beziehungen scheitern selten an der Öffnung selbst – sondern an dem, was vorher nicht besprochen wurde. Oft gibt es Tabus, unausgesprochene Ängste oder vage Vereinbarungen. Ein zentraler Lernschritt in der Beratung: Eifersucht nicht vermeiden, sondern verstehen. Und Sprache zu finden für das, was schmerzt, reizt, irritiert – aber auch verbindet.
Eine stabile, vertrauensvolle Bindungsbeziehung ist die beste Grundlage. Das bedeutet, einerseits die Fähigkeit zu haben, einander Halt zu geben (sicherer Hafen) und sich andererseits gegenseitig ermutigen zu können, Neues zu entdecken (sichere Basis). Dazu gehört auch: sich an getroffene Vereinbarungen zu halten – oder ehrlich zu kommunizieren, wenn genau das schwierig wird (weil sich die neuen Beziehungen bspw. anders entwickeln als gedacht, was übrigens nicht selten passiert). Überhaupt braucht es viel Ehrlichkeit und die Kraft, sich mit den (wahrscheinlich) aufkommenden Gefühlen von Unsicherheit, Eifersucht etc. auseinanderzusetzen. Es braucht also meist viel, viel Kommunikation, Zeit, Frustrationstoleranz, Vertrauen, Einfühlungsvermögen, Klarheit – und Mut. Aber dann kann es richtig schön werden – und erlebt werden, wie es ist, miteinander zu wachsen und sich zu entwickeln.
Ganz allgemein gesagt: Regeln, die einen sicheren Rahmen geben, die nicht zu starr und nicht zu locker sind. Aber welche das genau sind, muss jedes Paar für sich schauen – denn es gibt auch einige, die sich nach einer Zeit so sicher und klar miteinander fühlen, dass sie keine (expliziten) Regeln mehr brauchen.
Häufig sind offene Beziehungen sehr dynamisch, vor allem am Anfang und/oder wenn neue Menschen kennengelernt werden. Da braucht es dann viel Bereitschaft, die Regeln immer wieder neu auszuhandeln – oder ihre Einhaltung einzufordern.
Ein paar mögliche Fragen wären: Dürfen „Außenbeziehungen“ nur außerhalb der gemeinsamen Wohnung, des Wohnortes, vielleicht nur auf Reisen getroffen werden (Ortsfaktor)? Wie oft in der Woche/im Monat/überhaupt, dürfte eine dritte Person getroffen werden (Zeitfaktor)? Dürfen es nur Menschen sein, die nicht im Freundeskreis sind? Gibt es so etwas wie ein Vetorecht – und wann wäre es okay, das anzuwenden?
Sicherheit entsteht nicht aus Regeln allein. Manchmal fehlt ein Gespräch nach dem Date, ein Blick beim Frühstück, ein gemeinsames Ritual. Wenn nur einer erlebt und der andere zweifelt, entsteht leicht ein Ungleichgewicht. Und wo das Erleben zu weit auseinanderdriftet, wird Verbindung brüchig. Was würde helfen, um diesen Abstand zu überbrücken?
Viele Vorstellungen über Beziehung sind tief geprägt – durch Familie, Gesellschaft, Religion, Medien.
Ein möglicher Entwicklungsschritt ist, diese Geschichten zu entwirren. Zu spüren: Was davon entspricht wirklich mir? Und was habe ich übernommen, ohne es zu hinterfragen? Die Öffnung einer Beziehung ist auch
eine Einladung, sich als Paar neu zu erfinden – jenseits von Schablonen. Es geht darum zu spüren, was davon wirklich der eigenen Vorstellung entspricht.
Ja. Es mag allerdings noch herausfordernder sein, mit den unterschiedlichen Gefühlen, die beide Partner*innen dann in der „Kernbeziehung“ haben werden, umzugehen, als in einer nicht-einseitigen offenen Beziehung. Denn nicht beide Partner*innen erleben dann mal die Eifersucht oder Verlustangst, wenn er/sie bei einem Date des/der anderen, alleine zuhause sitzt – und mal die Aufregung des Neuen (oder das schlechte Gewissen). Die Rollenverteilung könnte vielmehr starr auf ein „Freiheit vs. Sicherheit“, „mutig vs. ängstlich“ oder ähnliches hinauslaufen – eine Dynamik, mit der mindestens sehr vorsichtig umgegangen werden muss. Dennoch gelten für eine einseitige offene Beziehung ansonsten die gleichen grundlegenden Gedanken gelten, wie für eine nicht-einseitige.
Die Suche nach Partner*innen für Beziehungsöffnungen kann unterschiedlich sein. Einige Menschen finden Partner*innen in ihrem sozialen Umfeld, während andere Online-Dating-Plattformen oder Veranstaltungen für nicht-monogame Menschen nutzen. Wichtig ist, dass Offenheit und Ehrlichkeit von Anfang an vorhanden sind.
Hinter dem Wunsch, eine Beziehung zu öffnen, steckt oft mehr als Neugier. Es geht um Freiheit, Lebendigkeit und Selbstbestimmung – aber auch um Sicherheit und Zugehörigkeit. Eine Hypothese: Beide stehen an einem Punkt, wo alte Muster zu eng wurden. Die Öffnung ist weniger eine Flucht, sondern ein Entwicklungsschritt. Entscheidend ist, was jede*r darin sucht und was geschützt bleiben soll.
Offenheit braucht Halt. Wenn Vertrauen nur durch Kontrolle entsteht, wird eine offene Beziehung kaum tragfähig. Dann wird sie zur Belastung, nicht zur Erweiterung. Ich arbeite mit der Idee, dass emotionale Sicherheit nicht durch Besitz entsteht, sondern durch Beziehungspflege. Die Erfahrung: Wer sich sicher fühlt, muss weniger klammern. Wer sich gesehen fühlt, kann freier begehren.
Beziehungspflege hört mit der Öffnung nicht auf – im Gegenteil. Es braucht mehr Gespräch, mehr Ehrlichkeit, mehr Nähe. Diese Frage führt dahin: Was stärkt uns als Paar? Wie bleiben wir verbunden? Und woran erkennen wir, wenn etwas kippt – oder wächst? Möglich ist, dass aus Unsicherheit neues Vertrauen wächst – nicht durch Regeln, sondern durch Haltung.
In der Paartherapie oder Paartherapie hilft eine neutrale, dritte Person dabei zu übersetzen, zu moderieren, zu vertiefen oder hinzuschauen, wo es weh tut, die aber auch Mut machen und bestärken kann. Sie kann den Partner*innen helfen, mehr bei sich selbst und den eigenen Bedürfnissen zu sein – und sich mehr zumuten, sich verletzlicher zu zeigen und tiefer in Verbindung zu gehen.
Dabei kann es um die Frage gehen, was wer braucht, um überhaupt eine (offene) Beziehung zu wagen – oder die Entscheidung treffen zu können, ob es versucht werden soll oder nicht.
Oder es kann um den Umgang mit Regeln, Vetos, unterschiedlichen Wünschen an die (offene) Beziehung oder dem Aufkommen starker Gefühle wie (Verlust-)Angst, Wut, Eifersucht oder Scham gehen.
Eine offene Beziehung ist keine Lösung – aber eine Einladung. Zur Reflexion, zur Ehrlichkeit, zum Wachstum. Wer sich traut, über Begehren, Grenzen und Sehnsucht zu sprechen, lernt sich oft neu kennen. Nicht nur als Paar – auch als Mensch. Die Beratung bietet einen Raum, in dem diese Gespräche möglich sind. Ohne Bewertung. Aber mit Tiefgang.
„Mehr Wohlwollen für alle! Ob poly, kink, queer, du bist bei mir willkommen mit allem, was du fühlst und bist."
„Ich berate Menschen zu mehr Nähe, Intimität und Klarheit in ihren Beziehungen: Bedürfnisse offen ansprechen, Konflikte lösen und Sexualität lustvoll erleben."
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