Judith Lurweg
„Ich unterstütze dich darin, deine Beziehungen zu vertiefen, Konflikte zu lösen und neue Perspektiven zu gewinnen – für mehr Verbindung, Freude und Genuss in deinem Leben!"
Reden über Sex, Sexualberatung, Paartherapie — Online und vor Ort.
Sex ist in unserer Gesellschaft noch oft ein Tabu-Thema. Bereits in der Kindheit werden wir von dem Thema fern gehalten und somit wird uns suggeriert, dass es kein Thema ist, worüber gesprochen werden sollte.
Das liegt daran, dass unsere Gesellschaft zwar auf der einen Seite sehr sexualisiert ist (wir also fast permanent über Internet und Medien mit dem Thema Sex konfrontiert sind), auf der anderen Seite „Sexualität“ immer noch ein Tabu-Thema ist und für viele Leute in die Privatsphäre gehört. Strenge moralische Vorstellungen und religiöse Einflüsse sind eben auch in der Postmoderne noch nicht ganz passé. Dazu kommt noch eine individuelle Ebene, nämlich inwiefern wir in unserer Familie oder auch mit Freund*innen gelernt haben, über Sex zu reden und wie wir über Sexualität aufgeklärt wurden.
Es ist wichtig, über Sex zu reden, damit deine Sexualität so wird, wie sie dir Spaß macht, dir Vergnügen bereitet, damit sie zu dir passt und genussvoll für dich ist. Zwar lässt sich über die nonverbale Ebene beim Sex viel ausdrücken, z.B. über Geräusche oder Körperbewegungen, alles lässt sich darüber aber nicht klären. In einem Gespräch mit deiner/m Sexualpartner*in kannst du herausfinden, wie ihr beide zu den folgenden Fragen steht: „Was will ich? Was willst du? Was wollen wir beide miteinander?“
Es kann in manchen Kontexten auch wichtig sein, nicht über Sex zu reden. Zum Beispiel dann, wenn du denkst, dass eure sexuellen Unterschiede zu groß sind und sie eventuell eure Beziehung in Frage stellen. Dann kann es Sicherheit, Stabilität und Harmonie geben und in manchen Fällen eure Beziehung erhalten, nicht über eure unterschiedlichen sexuellen Wünsche zu sprechen.
Wenn du über deine sexuellen Vorlieben reden möchtest, kann es helfen, dir klar zu machen, was davon Fantasien sind (die dich erregen, die du aber nicht unbedingt ausleben möchtest) und was Wünsche sind (die du wirklich gerne ausprobieren würdest) und was „Must-haves“ sind (die für dich zu einer erfüllenden Sexualität dazugehören).
Außerdem kannst du im Gespräch mit deiner/m Sexualpartner*in nach diesen drei Fragen unterscheiden: 1) „Was will ich?“ 2) „Was willst du?“ 3) „Was wollen wir beide miteinander?“ Die Antworten auf die Fragen werden mit Sicherheit nicht gleich lauten, denn wir sind alle mit unserer Sexualität individuell. Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der genau die gleichen Wünsche und Fantasien hat, wie du! Dann ist die Frage eher – wie möchtet ihr zusammenkommen?
Wenn sich einen solches Gespräch für dich risikohaft anfühlt, ist das verständlich: Es ist nicht leicht, sich mit sexuellen Wünschen zu zeigen. Vielleicht hast du auch Sorge vor der Reaktion deiner/s Sexualpartner*in? Manchmal verändert sich die gemeinsame Sexualität, vielleicht sogar eure Beziehung nach einem solchen Gespräch. Manchmal passiert auch gar nichts. Eins steht fest: Ihr müsst das nicht allein schaffen. Ihr könnt solche Themen auch in einer Sexualberatung miteinander besprechen!
Wenn du ein Gespräch über Sex führen möchtest, hilft meistens möglichst viel Sicherheit. Das kann für dich bedeuten: Du sprichst etwas direkt an, wenn ihr euch ohnehin miteinander verbunden fühlt. Das kann genauso bedeuten, das Gespräch „ins Außen“ zu verlagern, euch also gezielt dazu zu verabreden. Um dich zu vergewissern, dass du die Aufmerksamkeit deine/r Gesprächspartner*in hast, hilft oft eine Ankündigung von dem, was du sagen möchtest.
Eine gute Vorbereitung kann genauso helfen: Im Internet oder in Büchern kannst du nachlesen, welche Formulierungen du gerne verwenden möchtest und welche gut zu dir passen. Manchmal kann es – wenn du viel Scham empfindest – auch helfen, die Person, mit der du redest, nicht direkt anzuschauen. Andere wiederum fühlen sich sicherer, wenn ihr euch während des Gesprächs berührt, euch also an der Hand haltet oder ähnliches.
Und dann gilt – wie bei fast allem: Üben! Vielleicht fängst du bei einer Person an, die dir sehr vertraut ist, mit einer/m Freund*in und nicht der/m Sexualpartner*in oder ganz im Gegenteil mit einer Person, die du eh nicht wiedersiehst und bei der du nichts zu verlieren hast. Du wirst sehen: Je öfter du aussprichst, was du beim Sex gern hast und was nicht, desto einfacher wird es, darüber zu reden!
Wenn du in eine Sexualberatung gehst, kannst du einen Raum erleben, indem du bei dir sein kannst, entspannt sein kannst und in einem sicheren Rahmen über Sexualität reden kannst. Dein/e Berater*in ist dafür zuständig, den Prozess so zu gestalten, dass du dich wohl fühlst. Das haben Sexualberater*innen gelernt! Darum kann Sexualberatung dein Safe-Space werden und dir eine Entwicklung in deiner Sexualität ermöglichen.
Achte im Gespräch genau auf deine Grenzen und deine Körperreaktionen, du musst über nichts sprechen, was dir unangenehm ist! Und wenn du Scham empfindest, sprich sie an: Dein/e Berater*in ist im Regelfall dazu ausgebildet, damit umzugehen.
„Ich unterstütze dich darin, deine Beziehungen zu vertiefen, Konflikte zu lösen und neue Perspektiven zu gewinnen – für mehr Verbindung, Freude und Genuss in deinem Leben!"
Medienbeitrag
Monika Wacker
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