Die richtige Beratung zu finden ist gar nicht so einfach: Die kostenfreien Angebote gemeinnütziger Träger und spezialisierte Psychotherapeut*innen haben meist mit lange Wartelisten. Die Suche nach freiberuflichen Expert*innen im Internet ist oft sehr unübersichtlich.
Kostenfreie Beratung oder kostenpflichtige Expert*in?
Gemeinnützige Beratungsstellen
Einige gemeinnützige Beratungsstellen bieten Sexualberatung auch kostenfrei an. Hierzu kannst du dich über den Beratungsstellenfinder der DAJEB informieren.
Psychotherapie oder Sexualberatung?
Im Rahmen einer Psychotherapie können auch speziell weitergebildete psychologische Psychotherapeut*innen mit einem Kassensitz kostenfrei Sexualtherapie anbieten. Hierzu brauchst du jedoch eine diagnostizierte Erkrankung, die primär behandelt wird. Es handelt sich dann um eine psychotherapeutische Behandlung. Mehr darüber, wie du eine*n psychologische*n Psychotherapeut*in findest, haben wir HIER für dich zusammengestellt.
Kosten einer freiberuflichen Sexualberatung
Die Kosten einer Sexualtherapie (online) bei freiberuflichen Berater*innen werden normalerweise nicht von den Krankenkassen übernommen, weil diese Angebote nicht unter den klassischen Therapiebegriff fallen. Der "Markt" für Sexualberatung ist leider sehr unübersichtlich - dies ist mit ein Grund, weshalb es besser:lieben gibt: Wir möchten, dass du eine Auswahl gut qualifizierter Expert*innen hast, bei denen du siehst, was an Kosten auf dich zukommt, und wofür genau die Expert*innen ausgebildet sind.
Allgemein lässt sich sagen, dass eine seriöse Beratung zwischen 80 und 140€ pro Stunde kostet und eine Dauer von ca 5-12 Sitzungen hat. Natürlich kann manchmal auch eine einzige Sitzung schon viel Klärung bringen, und manche Menschen wiederum nehmen über Jahre Beratung in Anspruch.... Das Thema Kosten kannst du am besten am Ende der ersten Beratung mit der/dem Berater*in besprechen. Fachkundige Expert*innen können dies dann gemeinsam mit dir einschätzen. Seriöse Expert*innen haben ihre Preise auf der Website stehen und versuchen nicht, dich erst "anzufixen" und dann erst mit den Kosten rauszurücken.
Dass die Kosten für Sexualberatung so unterschiedlich sind, hängt mit unterschiedlichen Faktoren zusammen: In manchen Regionen sind die Lebenshaltungskosten besonders hoch oder niedrig. Wer als Sexualberater*in nebenberuflich arbeitet und keine Kranken- und Sozialleistungen von diesen Einnahmen zahlen muss, kann niedrigere Preise nehmen als jemand, der vollzeit selbständig ist. Und wer schon eine volle Warteliste hat, kann es sich auch leisten, preislich keine Kompromisse mehr zu machen. Berater*innen, die viel wert auf Fort- und Weiterbildungen legen, müssen diese letztlich auch über entsprechendes Einkommen finanzieren.