Alix Materna
„Sie können es mir erzählen - ich bin da."
Sexualisierte Gewalt, Sexualberatung, Traumaberatung — Online und vor Ort.
Suchst du Hilfe, weil du sexualisierte Gewalt erlebt hast? Dann bist du bei unseren Berater*innen richtig!
Das hat etwas damit zu tun, wie wir begreifen, was geschieht. Wenn wir sagen: es geschieht sexualisierte Gewalt! dann können wir klar sehen: Es geht um Gewalt. Und das ist lange nicht klar gewesen. Vielen Menschen. Richtern, der allgemeinen Öffentlichkeit und natürlich auch Tätern. Oft gab es da so eine Haltung, das sei eine (schädliche) Form von Sex. Heute ist klar: Sexualisierte Gewalt ist Gewalt. Punkt. Und deswegen heißt es nun auch nicht mehr „sexuelle Gewalt“. Denn nichts daran ist sexuell. Etwas, das nicht Sex ist, wird sexualisiert. Es wird zu Sex gemacht, was eigentlich Gewalt ist.
Die Frage ist wichtig! Und die Antwort umfasst mehrere Ebenen:
Wenn Menschen sexualisierte Gewalt erlebt haben, dann reagieren sie ganz unterschiedlich. Vielen geht es danach sehr schlecht. Sie bekommen Schlafstörungen, sind oft nervös und aufgeregt, haben intensive Erinnerungen an das Erlebnis, die sich anfühlen wie echt. Manche werden auch ganz schlaff und schlapp. Andere beginnen, das Erlebnis zu wiederholen, obwohl sie das gar nicht wollen! Manche haben plötzlich sehr viel Sex, andere gar nicht mehr. Viele haben viel viel Angst.
Wichtig ist erstmal: Das sind alles völlig normale Reaktionen.
Du wirst nicht verrückt, sondern du reagierst normal. Und das ist oft auch der erste Schritt in der Therapie: Du bist normal. Das, was du erlebt hast, ist verrückt.
Viele Menschen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, bekommen danach eine Traumafolgestörung. Das ist der Fachbegriff für: Ich habe ein Trauma. Einige bekommen keine und müssen auch nicht behandelt werden. Oft sind das die Menschen, die danach schnell jemanden zum Reden gefunden haben. Einen Menschen, der ihnen zur Seite stand.
Nur ist es leider typisch für sexualisierte Gewalt, dass keiner hinschaut und niemand da ist, der einem hilft. Deshalb braucht es oft eine Therapie. Wenn eine Traumafolgestörung nicht behandelt wird, dann geht es den Menschen sehr schlecht und es wird mit der Zeit auch nicht besser. Wenn Du denkst, das könnte auf dich zutreffen, dann ruf eine/n Therapeut*in an. Die fangen dann nicht direkt mit der Behandlung an, sondern sorgen erstmal dafür, dass du dich wieder sicher fühlen kannst. Alles, was im Therapieraum passiert, wird unter deiner Kontrolle sein. Immer.
Kurz gesagt: Ja. Lang gesagt: Das Geschehene kann nicht ungeschehen gemacht werden. Aber es gibt sehr gute Wege, gut damit zu leben.
Viele Menschen treibt die Sorge um, dass sie die Täter*innen nun anzeigen müssen, wenn sie in die Beratung kommen. Deshalb hier mal gleich die Entwarnung: Nein. Das musst du nicht.
Es ist völlig okay, das nicht zu tun und vorerst gar nicht zu entscheiden, wie du handeln wirst. Oft geht es darum, den Blick erstmal von den Täter*innen wegzulenken (was haben die verdient?) und auf sich selbst zu schauen (was brauche ich, um gut weiter zu leben?). Du selbst bist jetzt wichtig. Mit deinen Bedürfnissen und deinen Ängsten darfst du einfach da sein.
Die meisten Täter sind männlich und die meisten Überlebenden sind weiblich. Trotzdem ist es wichtig, sich klar zu machen: Es gibt auch Täterinnen und es gibt auch männliche Überlebende. In den Statistiken der Überlebenden tauchen z.B. nie die Männer auf, die im Gefängnis (von anderen Männern) vergewaltigt werden. Obwohl wir alle wissen, dass das passiert. Und das Wissen darum, dass Mütter, Tanten und Lehrerinnen auch zu Täterinnen werden können, ist noch ganz frisch.
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