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man and woman holding hands

Streit / Ehestreit

Streit / Ehestreit, Sexualberatung, Paartherapie — Online und vor Ort.

Wir arbeiten wissenschaftsbasiert, kennen unsere Grenzen und gehen individuell auf deine Bedürfnisse ein.

Fragen und Antworten

Was sind die häufigsten Ursachen für Ehestreitigkeiten?

Jede Beziehung ist individuell, trotzdem beobachten Paartherapeut*innen wiederkehrende Ursachen für Konflikte in Paarbeziehungen. Diese haben nicht selten mit den anerzogenen Geschlechterrollen und Vorstellungsmustern in unserer Gesellschaft zu tun: Kommunikationsprobleme, unterschiedliche Erwartungen, Finanzen, Zeit, Sexualität, Beziehungen in den Herkunftsfamilien, Eifersucht, Stress, unterschiedliche Werte oder politische Ansichten.

Konflikte in Beziehungen sind aber normal und nicht gleich ein Grund, an der Beziehung zu zweifeln. Manche Paare sind sehr gut darin, Meinungsverschiedenheiten zu verhandeln, für sich Lösungen zu finden und sich nach einem Streit wieder zu versöhnen. Erst wenn bestimmte Streitthemen immer wieder auftreten und die Beziehung belasten, werden Konflikte in der Partnerschaft zum Problem.

Was wollt ihr eigentlich voneinander, wenn ihr streitet – und was bekommt ihr stattdessen? Viele Streits beginnen mit Kritik, darunter liegt aber oft ein Wunsch nach Nähe oder Verständnis. Wenn ein „Du hörst nie zu!“ eigentlich heißt „Ich brauche dich“, wird klar: Der Streit versucht, Verbindung herzustellen – nur auf eine destruktive Weise. Ein wichtiger Lernschritt ist, zu erkennen, was sich jede*r wünscht – und warum es so schwer ist, das direkt zu zeigen.

Woran liegt es, dass wir uns oft über das gleiche Thema streiten?

Bei häufig wiederkehrenden Konflikten geht es meistens nur oberflächlich um das Thema, über das gestritten wird. Oft verbergen sich hinter dem Streit Unsicherheiten, die die Bindung und Beziehung des Paares und damit tieferliegende Bedürfnisse betreffen. Achtet auf Muster – wer spricht zuerst, wer wird lauter, wer zieht sich zurück? Oft ist der Streit nicht das eigentliche Problem, sondern Ausdruck von Überforderung, alten Prägungen, fehlender Sprache für Emotionen. Eine erste Hypothese: Ihr reagiert nicht nur auf das Jetzt, sondern auf frühere Verletzungen – meist unbewusst. Ziel ist es, das automatische Reagieren zu erkennen und in bewusstes Handeln zu verwandeln.

Mit der richtigen Unterstützung, vor allem durch eine Paartherapie, die auf Bindungsverhalten fokussiert, können Paare Wege finden, diese Herausforderungen zu bewältigen und gesündere Bindungsmuster zu entwickeln. Eine emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) ist hier das Vorgehen der Wahl.

Offene Kommunikation, Empathie und das Bemühen, die individuellen Bedürfnisse und Wunden des Partners zu verstehen, können dabei helfen, eine stärkere und erfüllendere Partnerschaft aufzubauen.

Wie kann ich die Kommunikation mit meiner*m Partner*in verbessern?

Unsere Kommunikation beruht auf Mustern, die wir in der Vergangenheit von unseren Bezugspersonen gelernt haben. Deswegen fällt es uns in Momenten, in denen wir viele Gefühle auf einmal empfinden, schwer, konstruktiv mit der Situation umzugehen. Gleichzeitig können wir mit etwas Einsatz diese alten Kommunikationsmuster verstehen und neue Strategien für Streitsituationen finden. Dazu gehören zum Beispiel „Ich-Aussagen“, empathisches Zuhören, Klarheit, Ehrlichkeit und eine neue Gesprächsführungskompetenz und Geduld: Gelingende Kommunikation kann man lernen!

Wie kann ich ruhig bleiben, während wir streiten?

"Es fängt harmlos an. Dann spitzt es sich zu. Und irgendwann brülle ich. Ich höre mich Sachen sagen, die ich nicht so meine. Ich weiß das – und mach trotzdem weiter. Ich bin nicht stolz darauf. Ich will, dass es aufhört. Wie geht das?"

Wie wäre es, mitten im Streit zu sagen: „Ich will das so nicht – lass uns sofort aufhören?“ Statt weiter zu eskalieren, kannst du den Streit beenden, ohne das Gespräch abzubrechen. Du gehst raus aus dem Kampf – bleibst aber in der Beziehung. Du bleibst im Raum. Oder sagst, wann du wiederkommst. So zeigst du: Ich bin zwar gerade überfordert, aber ich bin nicht weg. Das schafft Sicherheit – für euch beide.

Was passiert nach unserem Streit?

Wenn du den Streit beendet hast – was ist in diesem Moment dein sehnlichster Wunsch? Vielleicht wünschst du dir nicht Ruhe, sondern Nähe. Vielleicht willst du nicht weg, sondern dich gesehen fühlen. Dein Wunsch ist der bessere Kompass als dein Zorn. Wenn du spürst, was du eigentlich brauchst, kannst du anders sprechen. Ehrlicher. Weicher. Und du gibst der anderen Person die Chance, dich zu erreichen – statt sich zu verteidigen.

Wenn ihr eure Gemüter etwas beruhigt habt, diskutiert lieber so: Jeder nimmt erst die Position der einen Seite ein – und argumentiert ausschließlich dafür. Die andere Person vertritt die andere Position und argumentiert ausschließlich dagegen. Dann wechselt ihr die Rollen und macht dasselbe mit der anderen Perspektive. So fühlt ihr, was stimmig ist. Nicht: Wer hat recht?

Wie hilft eine Paartherapie bei meinem Ehestreit?

Eine Paartherapie oder Paartherapie hilft bei festgefahrenen Streitmustern dabei, die zugrunde liegenden Themen besser zu verstehen, eigene Verhaltensmuster zu reflektieren, die Kommunikationsstrategien verbessern, Konfliktlösekompetenzen aufzubauen und Bindung und Vertrauen in der Partnerschaft zu stärken.

Wenn die wiederkehrenden Streitigkeiten so belastend werden, dass eine Trennung im Raum steht, kann die*der Paartherapeut*in auch als Mediator*in fungieren und bei der Klärung der Trennung und den anstehenden Vereinbarungen bezüglich Beziehungsende, Sorgerecht und ähnlichem unterstützen.

Expert*innen Interviews

Stephan Trillmich

Stephan Trillmich

„Entwicklung, Veränderungen stehen an? Vielleicht ausgelöst durch Konflikte oder Krisen? Das lässt sich gestalten! Ich freue mich auf die gemeinsame Wegstrecke mit Ihnen."

"Wir kommen nicht aus unserer Streitspirale heraus. Was können wir tun?"

Super, das sind doch schon Schritte eins und zwei: Ihr merkt, dass es offensichtlich unkonstruktiv wird, und ihr wollt das verändern. Dann los!
Je nachdem, wie heftig ihr streitet: Falls es despektierlich und abwertend wird, empfehle ich euch eine Beratung. Nach meiner Erfahrung ist das ein Stadium, aus dem es nur schwer alleine Auswege gibt. Da helfen oft schon ein neutraler Raum und ein/e wohlwollende/r Dritte*r als Moderator*in, Spiegel, Resonanzgeber*in, bei dem/der ihr beide euch verstanden und unterstützt fühlt. Meistens geht es nämlich um eigene Dinge, wenn ich jemanden abwerte – und das braucht oft einen geschützten Raum, um offenbart zu werden.

„Ok, wir glauben, dass es noch alleine geht. Welche Methoden helfen dann bei Beziehungskonflikten?“

Dann ein paar Ideen, die ihr probieren könnt. Es geht dabei wirklich ums Probieren, nicht darum, alles besser oder gar richtig zu machen. Ich ermutige euch, weil eigentlich nichts Schlimmes passieren kann: So wie es jetzt ist, wollt ihr es ja nicht mehr, von daher ist eine Veränderung den Versuch wert:

"Wie kommt es, dass mein/e Partner*in mich so auf die Palme bringt?"

Wenn ich direkt antworten darf: Es liegt in der Regel an dir. Nach meiner Erfahrung sind es deine Palme und deine Entscheidung, sie zu erklimmen. Ja – wenn mich jemand nervt, bekomme ich wichtige Hinweise, was in mir selber los ist. Das zu akzeptieren, ist nicht leicht, hilft aber zur Ruhe.
Wenn ich ein wenig pingelig sein darf, heißt es eben nicht „Du bringst mich auf die Palme!“, sondern: „Ich merke, dass dies oder jenes bei mir passiert, wenn du dies oder jenes tust (du kennst mich ja). Mir fällt es dann schwer, nicht auf die Palme zu klettern. Du könntest mir helfen, da nicht hochzuklettern, indem du dies und jenes etwas anders tust oder sagst. Danke!“
Die Antwort ist dann eher: „Danke für die Info, das wusste ich gar nicht und natürlich versuche ich, das zu ändern – gerne geschehen!“
Und wenn jemand weiter diesen Reflex auslöst und nicht auf dich eingeht, kannst du überlegen, wie du damit umgehst. Das ist dann eine neue Frage ?.
Jost Guido Freese

Jost Guido Freese

„Beratung bedeutet für mich, mit ganzem Herzen Menschen darin zu begleiten, ihren ganz persönlichen Raum für Entwicklung zu gestalten."

Wieso streiten wir uns überhaupt?

In einer stabilen Paarbeziehung gehören Konflikte einfach dazu. Nach dem „Honeymoon“ der gemeinsamen Verliebtheit handelt ihr Bedürfnisse und Grenzen in eurer Beziehung aus. Wer ist für was verantwortlich, wann für wen da, wie oft und überhaupt: wie wollen wir unser gemeinsames Leben gestalten? Das ist oft gar nicht so einfach, kostet Nerven, Gespräche und Zeit. Doch es lohnt sich meist, denn dadurch lernt ihr euch in euren wechselseitigen Wünschen und Möglichkeiten kennen. Ihr seid schließlich neugierig aufeinander und teilt eure Erfahrungen.

Warum eskalieren unsere Konflikte immer wieder?

Streit gehört also zu einer Paarbeziehung mit dazu. Doch was ist, wenn ihr ständig im Konflikt bleibt und schlimmer noch – wenn die Meinungsverschiedenheiten zu heftigen Streits werden und immer mehr eskalieren? Wenn ihr euch nur noch anschreit und emotional verletzt? Was könnt ihr tun, wenn Konflikte immer wieder eskalieren? Zunächst einmal könnt ihr versuchen zu erkennen, dass ihr in eurem Streit in einen Kreislauf geratet von Verletzung und Schutz. Jeder Mensch hat emotionale Verletzungen in seinem Leben erfahren, die als „Schmerzpunkte“ jeweils sorgsam beschützt werden. Nicht selten berühren wir mit unsere Schutzstrategien die Schmerzpunkte unserer Partner. Es entsteht ein „Verletzlichkeitszirkel“, in dem ihr euch gegenseitig in euren emotionalen Schmerzpunkten trefft – und das tragischerweise genau mit der Strategie, in der ihr euch schützt.

Wie brechen wir aus unseren Teufelskreisen aus?

Wenn ihr euren Verletzlichkeitszirkel erkannt habt, besteht eine Chance daraus auszusteigen: „Was da wie ein Angriff von dir auf mich zukommt, ist lediglich dein Wunsch nach Schutz.“ Und mehr noch: „Ich bin gar nicht gemeint damit, denn der Schmerz kommt aus lange vergangenen Tagen, meinen und auch deinen.“ Gemeinsam könnt ihr euch so in euren Schmerzpunkten verstehen lernen und erkennen, wie ihr euch gemeinsam vor neuen Verletzungen schützen könnt. Oft handelt es sich bei den Schmerzpunkten und den Schutzstrategien um biographisch erworbene stabile Muster und es fällt euch schwer, diese zu verändern. Dann kann eine Paartherapie oder auch eine Einzelberatung hilfreich sein.
Jost Guido Freese

Jost Guido Freese

„Beratung bedeutet für mich, mit ganzem Herzen Menschen darin zu begleiten, ihren ganz persönlichen Raum für Entwicklung zu gestalten."

Warum geht es bei unseren Konflikten wirklich?

Vielleicht kennst du das: Eigentlich ist es doch nur eine Kleinigkeit: Etwas musste erledigt werden, eingekauft, abgewaschen, aufgeräumt oder ein Termin eingehalten werden. Es ist aber dann vielleicht vergessen, versäumt, aufgeschoben, nicht gemacht. Eigentlich wäre es schnell noch erledigt, ein neuer Termin gefunden. Eigentlich ... Wenn Streits über Kleinigkeiten eskalieren, ist das ein Hinweis darauf, dass es möglicherweise um etwas ganz anderes geht, als die Kleinigkeiten, die zu erledigen waren oder den konkreten Termin, der versäumt wurde. Du kannst dich also auch fragen: Worum geht es denn in unserem Streit? Häufig geht es um verletzte Gefühle. Ich fühle mich nicht beachtet, nicht gesehen, nicht wertgeschätzt, nicht ernst genommen, vielleicht ausgenutzt. Wenn du den Eindruck hast, dass dies zutrifft, dann kannst du logischerweise im Streit keine Lösung auf der Sachebene finden. Der Einkauf, das Geschirr, der Termin - darum geht es ja gar nicht. Es geht um deine, um eure verletzten Gefühle.

Was kann ich machen, um Streits zu verhindern?

Was du tun kannst ist, dass du zunächst mit dir selbst, aber auch anschließend mit deiner/m Partner*in zu klären versuchst, um welche verletzten Gefühle es in eurem Streit geht. Oft weißt du es nicht auf den ersten Blick und es braucht schon ein wenig Übung dazu. Hast du jedoch einmal erfolgreich die Perspektive wechseln können, kannst du häufig dem Streit seine "überschüssige" Energie nehmen.

Wie hilft Paartherapie bei unseren Konflikten?

Wenn Konflikte über Kleinigkeiten häufig eskalieren, kann das bedeuten, dass es zudem nicht um aktuelle Gefühle geht, sondern um möglicherweise biographisch erworbene Verletzungen. Du kannst dies selbst einmal überprüfen: Aktuelle Gefühle beziehen sich auf die derzeitige Situation, sie sind in der Regel gut regulierbar und auch für andere nachvollziehbar. Weil Gefühle aufgrund biographisch erworbener Verletzungen sich auf die Vergangenheit beziehen, sind sie meist für andere unverständlich und der Situation oft unangemessen. Wenn du oder ihr feststellt, dass ihr über eure verletzten Gefühlen nicht gut sprechen könnt oder es trotzdem weiter eskaliert, dann kann eine Einzelberatung oder Paartherapie hilfreich sein. Hast du den Eindruck, es geht auch um biographisch erworbene Verletzungen oder gar ein Trauma, dann ist eine traumsensible Beratung oder Paartherapie sinnvoll. Gerne beantworte ich dir oder euch dazu in einem Erstgespräch oder einem Kennenlernen-Gespräch weitere Fragen.
Lilian Katharina Seuberling

Lilian Katharina Seuberling

„Echt in Begegnung unterstütze ich Einzelne und Paare darin in der Tiefe, sinnlich, IM Kontakt nicht nur wieder zu landen - sondern neue Welten zu ergründen!"

Wie arbeitest du mit dem Streitzyklus in der Paartherapie?

Es geht nicht darum Lösungen kognitiv zu erarbeiten, sondern dass die Partner*innen mit Blick auf ihren Zirkel verstehen, wo sie etwas selbst erschaffen und den Zyklus aufrecht erhalten. Da kommt dann irgendwann ein „Aha“-Erleben: Ein Shift von "Der/ die andere ist das Problem!" zu "Wir kreieren das gemeinsam!".

Was passiert, wenn die Partner*innen ihren Anteil im Zyklus verstanden haben?

Der nächste Schritt ist, die Partner*innen in neue Erfahrungsräume zu leiten. D.h. wenn sie über einen Kreislauf sprechen, begleite ich sie als Paartherapeutin genau in die darunter liegende Emotion und lasse sie sich mitteilen, sodass sichtbar wird, was auch/eigentlich da ist. Und ich unterstütze dabei, neue Worte zu finden. Dazu unterbreche ich auch an Stellen, wo das alte einsetzt, ich verlangsame, um nach den Gefühlen zu fragen.

Wieso ist es wirksam, mit dem Teufelskreis so zu arbeiten?

Für die Partner*innen geht es Schritt für Schritt von dem Alten, was sie kennen, zum Neu-Verstehen-des-Alten hin zum Neuen, also sich zu trauen, das auszusprechen, worum es eigentlich geht. Ich persönlich arbeite gerne dazu noch mit den Partner*innen einzeln mit einer anderen Methode, um die Schutzmechanismen nochmal anders zu begreifen und neu wählen zu können.

Unsere Berater:innen für Streit / Ehestreit

Diese Berater:innen mit besser:lieben-Matching arbeiten zum Thema.

  • Rebecca Decker-Klein

    Rebecca Decker-Klein

  • TD

    Tests Demo

  • SE

    Silvia Erhard

  • Katharina Frönd

    Katharina Frönd

  • Stefanie Grohmann

    Stefanie Grohmann

  • Sandra Kaiser

    Sandra Kaiser

  • Judith Lurweg

    Judith Lurweg

  • Diana Schaper

    Diana Schaper

  • Tina Schmidt

    Tina Schmidt

  • Kai Strecker

    Kai Strecker

  • Tamara Tarnow

    Tamara Tarnow

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